preprint:
03/2020
DOI: 10.48550/arXiv.2003.07773
Historiker unterteilen die jüngste Vergangenheit in drei industrielle Revolutionen: die Mechanisierung (Dampfkraft), die technische Revolution (Elektrizität und Massenproduktion) und die digitale Revolution (Informatik und Mikroelektronik). Die Welt der zerstörungsfreien Prüfung (NDE) weist Parallelen auf: Werkzeuge zur Schärfung der menschlichen Sinne, der Einsatz von Wellen zur Einsicht in das Innere von Bauteilen sowie digitale Verarbeitung und Automatisierung. Während die Industrie die vierte Revolution durchläuft, die von Vernetzung und verstärkter Digitalisierung angetrieben wird, steht auch die NDE vor einem neuen Horizont: NDE 4.0 mit Informationstransparenz, technischer Unterstützung sowie autonomen und dezentralen Entscheidungen. Technologien wie IIoT, AR, KI, 5G und Blockchains eröffnen in jedem Industriesektor neue Möglichkeiten der Prüfung und Sicherheitsgewährleistung. Um eine solide Grundlage für die technische Forschung zu diesem aufstrebenden Thema zu schaffen, ist es wichtig, zunächst die Wahrnehmung der Interessengruppen, Fehlvorstellungen rund um die zerstörungsfreie Prüfung, den Mehrwert von NDE 4.0 sowie die Herausforderungen und Chancen zu untersuchen und sogar einen Prozess zur Umsetzung zu skizzieren. Dieser Beitrag bietet eine kritische Betrachtung des aktuellen Denkansatzes und der wichtigsten Anwendungsfälle für NDE 4.0 – sowohl „Industrie 4.0 für NDE“ als auch „NDE 4.0 für die Industrie“ –, die alle zu einem sichereren, kostengünstigeren, schnelleren und zuverlässigeren Inspektionsökosystem führen. Außerdem werden Herausforderungen wie die Relevanz von Qualifikationen, die Einführung und die Führungsrolle in der cyber-physischen Welt beleuchtet.