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Materials Evaluation 01/2023
Die digitale Transformation der Qualitäts- und Sicherheitssicherung durch Prüfungen erfordert Standards für die Datenspeicherung und -kommunikation im gesamten Ökosystem. Darüber hinaus benötigt die Ingenieursgemeinschaft, die für die Herstellung und Instandhaltung von Anlagen verantwortlich ist, eine Möglichkeit, Daten über einen langen Zeitraum hinweg aufzubewahren. Der offene internationale Standard DICONDE (Digital Imaging and Communication in Non-Destructive Evaluation) erfüllt den Bedarf an einem standardisierten, sicheren und strukturierten Ansatz für den Umgang mit NDT-Daten und gewährleistet deren Zuverlässigkeit, Rückverfolgbarkeit und langfristige Zugänglichkeit. DICONDE ist ein globaler Standard für die Speicherung und den Austausch industrieller Prüfdaten und relevanter Informationen. Er definiert die Semantik der Datenspeicherung und der Netzwerkkommunikation und ermöglicht so eine sichere digitale Abbildung verschiedener Prüfprozesse unter Einhaltung normativer Anforderungen. DICONDE gewährleistet die langfristige Lesbarkeit der Daten und enthält wesentliche Metadaten zu Prüfverfahren und -bedingungen, wodurch reproduzierbare Ergebnisse ermöglicht werden. Prüfberichte können ebenfalls zusammen mit den Daten gespeichert werden. DICONDE, das aus dem medizinischen DICOM abgeleitet ist, wird von ASTM International gepflegt. Beide Standards finden vielfältige Anwendung und werden kontinuierlich weiterentwickelt. Die ASTM-Standards für DICONDE sind für spezifische Prüfverfahren definiert und erweitern bei Bedarf die DICOM-Datentypen. Der Standard deckt Bild-, Signal-, Video-, 3D- und Dokument-Datentypen ab. DICONDE ist neben OPC UA von entscheidender Bedeutung für die Umsetzung digitaler ZfP-Prozesse in der Industrie 4.0. Es liefert wertvolle Daten für digitale Zwillinge. Im Jahr 2020 empfahl der DGZfP-Unterausschuss für Schnittstellen die Verwendung des DICONDE-Standards.
Tags | DICONDE, DICOM, NDE 4.0, Standardization, Digital Twin, NDE, NDT, DGZfP